Eine Klassenfahrt nach Breslau und in die Region Niederschlesien verbindet Stadtgeschichte, Kunst, Architektur und politische Bildung auf besonders anschauliche Weise. Wrocław, das historische Breslau, wurde über Jahrhunderte von polnischen, böhmischen, habsburgischen, preußischen, deutschen und jüdischen Einflüssen geprägt. Gleichzeitig zeigt die Stadt, wie sich nach Krieg, Zerstörung, Vertreibung und politischen Umbrüchen eine neue europäische Identität entwickeln konnte.
Für Schulgruppen ist Breslau deshalb weit mehr als ein attraktives Ziel für eine klassische Städtereise. Die Altstadt, die Universität mit der Aula Leopoldina, die Dominsel, das Panorama von Racławice und die Jahrhunderthalle erschließen unterschiedliche Epochen und Perspektiven. Ausflüge nach Świdnica/Schweidnitz und Krzyżowa/Kreisau erweitern das Programm um Religionsgeschichte, Widerstand gegen den Nationalsozialismus, Zivilcourage und deutsch-polnische Versöhnung. Eine passende Grundlage für diese Bildungsreise bietet die Klassenfahrt nach Breslau und Krakau
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Eine Klassenfahrt nach Breslau sollte mit einer geführten Besichtigung der historischen Altstadt beginnen. Der große Marktplatz mit seinen farbigen Bürgerhäusern, das gotische Rathaus, der Salzmarkt und die umliegenden Gassen vermitteln einen ersten Eindruck vom früheren Reichtum und der politischen Bedeutung der Stadt. Gleichzeitig bietet dieser Rundgang eine gute Grundlage, um die wechselnden Herrschaften und kulturellen Einflüsse zu erklären.
Breslau gehörte im Laufe seiner Geschichte zu unterschiedlichen Staaten und Herrschaftsgebieten. Polnische Piasten, die böhmische Krone, die Habsburger, Preußen und das Deutsche Reich hinterließen ihre Spuren. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde aus dem deutschen Breslau das polnische Wrocław. Die deutsche Bevölkerung musste die Stadt verlassen, während viele neue Einwohner aus den ehemaligen polnischen Ostgebieten nach Wrocław kamen.
Gerade für Schülerinnen und Schüler wird dadurch deutlich, dass Stadtgeschichte nicht geradlinig verläuft. Namen, Grenzen, Sprachen und Bevölkerungsgruppen können sich verändern, während Gebäude und Straßen verschiedene historische Schichten bewahren. Die Altstadt eignet sich daher hervorragend, um Themen wie nationale Identität, Migration, Vertreibung und den Umgang mit einem fremden kulturellen Erbe zu besprechen.
Gleichzeitig sollte bei einer Klassenfahrt genug Raum bleiben, um das heutige Wrocław wahrzunehmen. Die Stadt ist heute eine lebendige Universitäts- und Kulturmetropole. Cafés, Straßenkunst, die bekannten Breslauer Zwerge und die belebten Plätze schaffen einen deutlichen Kontrast zu den anspruchsvollen historischen Themen.
Die Universität Breslau gehört zu den wichtigsten Stationen eines Bildungsprogramms in der Stadt. Besonders eindrucksvoll ist die Aula Leopoldina, der repräsentative barocke Festsaal im Hauptgebäude der Universität. Architektur, Malerei, Bildhauerei und Holzschnitzkunst wurden hier zu einem einheitlichen Gesamtkunstwerk verbunden.
Die Aula wurde nach Kaiser Leopold I. benannt, der die damalige Universität im Jahr 1702 gründete. Ihre Ausstattung verweist auf die habsburgische Vergangenheit der Stadt und auf die Bedeutung von Religion, Wissenschaft und Herrschaft im frühen 18. Jahrhundert. Damit eignet sich der Saal nicht nur für kunsthistorische Betrachtungen, sondern auch für Fragen nach der gesellschaftlichen Rolle von Universitäten.
Für Schulgruppen ist der Besuch besonders interessant, weil sich hier mehrere Unterrichtsfächer miteinander verbinden lassen. Im Geschichtsunterricht kann die politische Zugehörigkeit Schlesiens thematisiert werden. Im Kunstunterricht bietet sich die Analyse barocker Inszenierungen an. Gleichzeitig kann gefragt werden, wie sich Hochschulen, Wissenschaft und akademische Freiheit im Laufe der Jahrhunderte verändert haben.
Zur Besichtigung des Universitätsgebäudes kann auch ein Blick auf das Oratorium Marianum oder ein Aufstieg auf den Mathematischen Turm gehören. Dadurch wird der Besuch abwechslungsreicher und bietet neben den historischen Inhalten auch einen weiten Blick auf die Altstadt und die Oder.
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Nach der Altstadt und der Universität sollte die Besichtigung über die Oderinseln zur Dominsel führen. Dieser Teil Breslaus unterscheidet sich deutlich vom lebhaften Marktplatz. Kirchen, historische Wohngebäude, Brücken und die Lage zwischen den Oderarmen schaffen eine ruhigere Atmosphäre und machen die frühe Entwicklung der Stadt besonders gut nachvollziehbar.
Im Mittelpunkt steht die Kathedrale St. Johannes der Täufer mit ihren beiden hohen Türmen. Sie ist die wichtigste katholische Kirche Breslaus und ein bedeutendes Zeugnis der schlesischen Kirchengeschichte. Die heutige Gestalt der Kathedrale entstand in mehreren Bauphasen und zeigt, wie sakrale Bauwerke über Jahrhunderte verändert, zerstört und wiederaufgebaut wurden.
Die Dominsel bietet einen geeigneten Rahmen, um über die Bedeutung von Religion im mittelalterlichen und neuzeitlichen Europa zu sprechen. Sie zeigt, dass kirchliche Institutionen nicht nur religiöse Aufgaben erfüllten, sondern auch Bildung, Politik, Kunst und Stadtentwicklung beeinflussten.
Gleichzeitig lässt sich von hier aus die besondere geografische Struktur Breslaus erklären. Die zahlreichen Oderarme, Inseln und Brücken prägen das Stadtbild bis heute. Eine Klassenfahrt gewinnt dadurch neben dem historischen auch einen stadtgeografischen Schwerpunkt.
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Die Jahrhunderthalle zeigt eine vollkommen andere Seite Breslaus. Nach gotischen Kirchen, barocken Universitätsräumen und historischen Bürgerhäusern begegnen die Schülerinnen und Schüler hier einem Pionierbau der modernen Architektur. Die von Max Berg entworfene Halle wurde in den Jahren 1911 bis 1913 errichtet und setzte mit ihrer gewaltigen Stahlbetonkonstruktion neue technische Maßstäbe.
Der Besuch eignet sich besonders gut, um zu zeigen, dass Architektur nicht nur eine Frage der Gestaltung, sondern auch der technischen Innovation ist. Die große Kuppel, der weitgehend stützenfreie Innenraum und die Verwendung von Stahlbeton waren zur Bauzeit außergewöhnlich. Die Jahrhunderthalle wurde deshalb in die Liste des UNESCO-Welterbes aufgenommen.
Für Schulgruppen kann die Besichtigung mit Themen aus Geschichte, Kunst, Physik und Technik verbunden werden. Welche neuen Möglichkeiten bot Stahlbeton? Wie beeinflussen Baumaterialien die Form eines Gebäudes? Warum wurde eine Ausstellungshalle zu einem weltweit anerkannten Baudenkmal?
Das Gelände rund um die Jahrhunderthalle bietet außerdem Raum für einen weniger dichten Programmteil. Der Vier-Kuppel-Pavillon, die Pergola, der Multimedia-Brunnen und der nahe gelegene Japanische Garten können je nach Jahreszeit und Interessen der Gruppe ergänzt werden.
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Das Panorama von Racławice gehört zu den außergewöhnlichsten musealen Erlebnissen in Breslau. Das monumentale Rundgemälde ist 15 Meter hoch und 114 Meter lang. Es stellt die Schlacht bei Racławice vom 4. April 1794 dar, in der polnische Aufständische unter Tadeusz Kościuszko gegen russische Truppen kämpften.
Das Werk entstand unter der Leitung von Jan Styka und Wojciech Kossak. Durch die Kombination aus Malerei, besonderer Perspektive, Beleuchtung und künstlich gestaltetem Gelände entsteht der Eindruck, mitten im dargestellten Geschehen zu stehen. Damit ist das Panorama zugleich Kunstwerk, historische Erzählung und ein frühes Beispiel immersiver Massenkultur.
Für eine Klassenfahrt ist jedoch nicht nur die dargestellte Schlacht interessant. Ebenso wichtig ist die Geschichte des Gemäldes selbst. Es wurde ursprünglich in Lemberg geschaffen und nach dem Zweiten Weltkrieg nach Breslau gebracht. Damit ist es eng mit den Grenzverschiebungen und Bevölkerungstransfers verbunden, die auch die Nachkriegsgeschichte Wrocławs prägten.
Der Besuch ermöglicht deshalb eine Diskussion über Erinnerungskultur. Wie werden historische Ereignisse künstlerisch dargestellt? Welche Rolle spielen nationale Helden und Gründungsmythen? Warum kann ein Kunstwerk für eine neue Bevölkerung zu einem wichtigen Identifikationspunkt werden?
Gerade für deutsche Schulgruppen ist eine gute Einführung hilfreich. Das Panorama erschließt einen Teil polnischer Geschichte, der im deutschen Unterricht oft weniger ausführlich behandelt wird. Dadurch erweitert die Reise nicht nur das Wissen über Breslau, sondern auch das Verständnis polnischer historischer Perspektiven.
Ein Tagesausflug von Breslau nach Świdnica/Schweidnitz führt zu einem der bedeutendsten Sakralbauten Niederschlesiens. Die Friedenskirche zur Heiligen Dreifaltigkeit entstand im 17. Jahrhundert nach dem Westfälischen Frieden. Sie gehört zu den größten historischen Fachwerkkirchen Europas und steht gemeinsam mit der Friedenskirche in Jawor auf der UNESCO-Welterbeliste.
Die Entstehungsbedingungen der Kirche machen sie für eine Klassenfahrt besonders interessant. Den schlesischen Protestanten wurde der Bau eigener Gotteshäuser nur unter strengen Einschränkungen gestattet. Die Kirche musste außerhalb der damaligen Stadtbefestigung errichtet werden und bestand aus Materialien wie Holz, Lehm und Stroh.
Von außen wirkt das Gebäude vergleichsweise zurückhaltend. Im Inneren erwartet die Besucher dagegen eine prachtvolle barocke Ausstattung mit Emporen, Logen, Malereien, Kanzel und Altar. Dieser Kontrast zeigt, wie eine religiöse Gemeinschaft trotz politischer Einschränkungen einen eindrucksvollen und funktionalen Raum schaffen konnte.
Der Besuch eignet sich hervorragend für Themen wie Reformation, Dreißigjähriger Krieg, Westfälischer Frieden und Religionsfreiheit. Gleichzeitig kann diskutiert werden, warum religiöse Toleranz in Europa lange keineswegs selbstverständlich war.
Auch die Baukonstruktion ist für Jugendliche interessant. Die Dimensionen der Kirche und ihre reiche Innenausstattung stehen in deutlichem Gegensatz zu den scheinbar einfachen verwendeten Materialien. Dadurch verbindet der Programmpunkt Religionsgeschichte, Architektur und technische Kreativität.
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Von Świdnica ist es nur eine kurze Fahrt nach Krzyżowa/Kreisau. Der ehemalige Landsitz der Familie von Moltke ist einer der wichtigsten Erinnerungsorte des deutschen zivilen Widerstands gegen den Nationalsozialismus. Rund um Helmuth James Graf von Moltke und Peter Graf Yorck von Wartenburg entstand ein Netzwerk von Menschen mit unterschiedlichen politischen, gesellschaftlichen und religiösen Hintergründen.
Mitglieder des später als Kreisauer Kreis bezeichneten Widerstandsnetzwerks beschäftigten sich vor allem mit der Frage, wie Deutschland und Europa nach dem Ende der nationalsozialistischen Herrschaft neu aufgebaut werden könnten. Bei mehreren Treffen in Kreisau wurden Vorstellungen zu Rechtsstaatlichkeit, gesellschaftlicher Verantwortung, wirtschaftlicher Ordnung und europäischer Zusammenarbeit diskutiert.
Der Besuch des historischen Gutskomplexes macht diese Geschichte an einem konkreten Ort nachvollziehbar. Zum Gelände gehören das Schloss, die früheren Wirtschaftsgebäude und das sogenannte Berghaus, in dem Treffen des Widerstandskreises stattfanden. Eine Führung kann die Lebenswege einzelner Mitglieder sowie die Vielfalt ihrer politischen und religiösen Positionen darstellen.
Heute befindet sich in Krzyżowa eine internationale Jugendbegegnungsstätte. Damit ist Kreisau nicht nur ein historischer Erinnerungsort, sondern auch ein lebendiges Zentrum des europäischen Dialogs. Polnische, deutsche und internationale Jugendliche treffen sich hier zu Seminaren, Workshops und gemeinsamen Projekten.
Eine weitere historische Ebene kam 1989 hinzu. Auf dem Gut fand die deutsch-polnische Versöhnungsmesse statt, an der der polnische Ministerpräsident Tadeusz Mazowiecki und Bundeskanzler Helmut Kohl teilnahmen. Dadurch wurde Krzyżowa zu einem Symbol für die politische Annäherung zwischen Polen und Deutschland nach dem Kalten Krieg.
Für Schulklassen empfiehlt sich die Verbindung einer Führung mit einem Workshop. Themen wie Zivilcourage, persönliche Verantwortung, demokratische Werte und Handlungsmöglichkeiten in der Gegenwart lassen sich dadurch besser auf die Lebenswelt der Jugendlichen übertragen.
Der Kreisauer Kreis und die Weiße Rose werden im Unterricht häufig gemeinsam als Beispiele des deutschen Widerstands gegen den Nationalsozialismus behandelt. Trotzdem handelte es sich um zwei unterschiedliche Gruppen mit verschiedenen Mitgliedern, Arbeitsweisen und historischen Orten.
Der Kreisauer Kreis bestand vor allem aus Erwachsenen aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen. Zu ihnen gehörten Juristen, Geistliche, Sozialdemokraten, Gewerkschafter, Verwaltungsfachleute und Vertreter des Adels. Im Mittelpunkt standen Gespräche und Entwürfe für eine politische, soziale und rechtliche Neuordnung nach dem Ende der Diktatur.
Die Weiße Rose war dagegen eine studentische Widerstandsgruppe, die vor allem mit der Ludwig-Maximilians-Universität in München verbunden ist. Zu ihren bekanntesten Mitgliedern gehörten Hans und Sophie Scholl, Christoph Probst, Alexander Schmorell, Willi Graf und der Professor Kurt Huber. Die Gruppe verfasste und verbreitete Flugblätter, in denen sie zum Widerstand gegen die nationalsozialistische Herrschaft und deren Verbrechen aufrief.
Die Weiße Rose gehört somit nicht zur eigentlichen Geschichte des Gutes Kreisau. Bei einem Besuch in Krzyżowa kann sie jedoch sinnvoll als Vergleichsbeispiel in einen Workshop über Widerstand und Zivilcourage einbezogen werden. Dadurch lernen die Jugendlichen, dass Widerstand unterschiedliche Formen annehmen konnte.
Ein Vergleich kann unter anderem folgende Fragen behandeln:
Ein solcher Workshop verhindert, dass Widerstand nur als abstraktes Kapitel des Geschichtsunterrichts erscheint. Die Schülerinnen und Schüler erkennen, dass Menschen konkrete Entscheidungen treffen mussten und dass Zivilcourage fast immer mit Unsicherheit, Gefahr und persönlicher Verantwortung verbunden ist.
Für die wichtigsten Programmpunkte sollten mindestens drei volle Tage eingeplant werden. Am ersten Tag bietet sich eine Führung durch die Altstadt, die Universität mit der Aula Leopoldina sowie die Sand- und Dominsel mit der Kathedrale an. Dadurch erhält die Gruppe einen umfassenden Einstieg in die Geschichte und Stadtstruktur Breslaus.
Der zweite Tag kann dem Panorama von Racławice und der Jahrhunderthalle gewidmet werden. Beide Programmpunkte zeigen unterschiedliche Formen der Inszenierung: Das Panorama vermittelt Geschichte durch ein monumentales Gemälde, während die Jahrhunderthalle von technischen und architektonischen Innovationen des frühen 20. Jahrhunderts erzählt.
Am dritten Tag empfiehlt sich ein Ausflug nach Świdnica und Krzyżowa. Die Friedenskirche führt zu den Themen Konfession, religiöse Konflikte und Toleranz. In Kreisau stehen Widerstand, Zivilcourage, Versöhnung und europäischer Dialog im Mittelpunkt. Besonders wirkungsvoll ist die Kombination aus Führung und interaktivem Workshop.
Bei einer längeren Reise kann das Programm um die Gedenkstätte Groß-Rosen, Schloss Książ/Fürstenstein oder das Riesengebirge erweitert werden. Ein Natur- oder Wandertag schafft nach den anspruchsvollen historischen Themen einen guten Ausgleich und stärkt zugleich das gemeinsame Erlebnis der Klasse.
Die Klassenfahrt eignet sich besonders für den Geschichtsunterricht, geht aber deutlich darüber hinaus. Die Aula Leopoldina, die Friedenskirche und die Jahrhunderthalle bieten zahlreiche Anknüpfungspunkte für Kunst, Architektur und Technik. Die Besichtigung der Dominsel kann in Religion oder Ethik vorbereitet werden.
Das Panorama von Racławice eignet sich für Fragen nach nationalen Mythen, Erinnerungskultur und medialer Geschichtsvermittlung. Kreisau und die Weiße Rose schaffen Bezüge zu Politik, Sozialkunde, Ethik und Demokratiebildung. Auch der deutsch-polnische Dialog und die Nachkriegsgeschichte Breslaus können im Fremdsprachen- oder Gesellschaftsunterricht aufgegriffen werden.
Dadurch entsteht keine bloße Aneinanderreihung von Sehenswürdigkeiten. Die Reise kann als fächerübergreifendes Bildungsprojekt vorbereitet, vor Ort vertieft und nach der Rückkehr ausgewertet werden.
Eine Klassenfahrt nach Breslau und Niederschlesien verbindet unterschiedliche Epochen, Perspektiven und Unterrichtsthemen zu einem außergewöhnlich vielseitigen Bildungsprogramm. Die Altstadt zeigt die kulturellen Schichten einer mitteleuropäischen Stadt. Die Universität und die Aula Leopoldina führen in die Welt des Barocks und der Wissenschaft. Dominsel und Kathedrale vermitteln Religions- und Stadtgeschichte.
Mit der Jahrhunderthalle und dem Panorama von Racławice kommen moderne Architektur, Kunst und polnische Erinnerungskultur hinzu. Die Friedenskirche in Świdnica steht für religiöse Beharrlichkeit und den langen Weg zur Toleranz. Krzyżowa macht den Widerstand des Kreisauer Kreises, die Bedeutung persönlicher Verantwortung und die deutsch-polnische Versöhnung an einem authentischen Ort erfahrbar.
Besonders wertvoll wird die Reise, wenn die einzelnen Stationen inhaltlich miteinander verbunden werden. Der Vergleich zwischen Kreisauer Kreis und Weißer Rose zeigt, dass Widerstand unterschiedliche Formen besaß. Gleichzeitig fordert er Jugendliche dazu auf, über Gewissen, Verantwortung und Zivilcourage in der Gegenwart nachzudenken.
Breslau verbindet eine attraktive historische Altstadt mit Themen wie deutsch-polnischer Geschichte, Migration, Wissenschaft, Kunst, Architektur und europäischer Identität. Viele wichtige Programmpunkte liegen zudem relativ nah beieinander.
Zu den wichtigsten Stationen gehören der Marktplatz mit dem Rathaus, die Universität mit der Aula Leopoldina, die Dominsel mit der Kathedrale, das Panorama von Racławice und die Jahrhunderthalle.
Die Aula ist ein besonders gut erhaltenes barockes Gesamtkunstwerk. Sie eignet sich für Themen aus Geschichte, Kunst und Religion sowie für Gespräche über die Rolle von Wissenschaft und Universitäten.
Das monumentale Rundgemälde zeigt die Schlacht bei Racławice von 1794. Es verbindet Kunst, Inszenierung und polnische Nationalgeschichte und eignet sich deshalb besonders gut für die Auseinandersetzung mit Erinnerungskultur.
Die von Max Berg entworfene Halle war ein wegweisender Bau der Stahlbetonarchitektur. Ihre Konstruktion und die große Kuppel stellten zu Beginn des 20. Jahrhunderts eine bedeutende technische Innovation dar.
Die Kirche entstand unter strengen politischen und baulichen Einschränkungen nach dem Dreißigjährigen Krieg. Sie ist eine der größten historischen Fachwerkkirchen Europas und besitzt eine außergewöhnlich reiche barocke Innenausstattung.
Nein. Die Weiße Rose war eine vor allem in München aktive studentische Widerstandsgruppe. Kreisau ist dagegen mit dem Kreisauer Kreis verbunden. Beide Gruppen können bei einem Workshop vergleichend behandelt werden.
Neben einer historischen Führung durch das ehemalige Gut der Familie von Moltke können Schulgruppen an Workshops zu Widerstand, Zivilcourage, Demokratie, Versöhnung und europäischer Zusammenarbeit teilnehmen.
Für Breslau, Świdnica und Krzyżowa sollten mindestens drei volle Programmtage vorgesehen werden. Bei einer Erweiterung um Groß-Rosen, Schloss Książ oder das Riesengebirge sind fünf bis sechs Tage sinnvoll.