Eine Klassenfahrt nach Prag verbindet Geschichte, Architektur, Literatur und europäische Kultur mit zahlreichen Möglichkeiten für aktive Erlebnisse. Die tschechische Hauptstadt eignet sich besonders gut für Schulgruppen, weil viele der wichtigsten Sehenswürdigkeiten zu Fuß erreichbar sind und sich historische Themen unmittelbar mit dem heutigen Leben einer modernen europäischen Metropole verbinden lassen.
Prager Burg und Veitsdom erzählen von der Geschichte Böhmens und der Habsburgermonarchie. Die Altstadt, der Altstädter Ring und die Karlsbrücke vermitteln Mittelalter, Architektur und Stadtentwicklung. Im jüdischen Viertel Josefov lassen sich jüdische Geschichte, Religion und die Verfolgung im 20. Jahrhundert behandeln. Franz Kafka wiederum bietet einen Zugang zu Literatur, Identität und dem deutsch-tschechisch-jüdischen Prag.
Eine gute Klassenfahrt sollte diese historischen und kulturellen Themen jedoch mit Erlebnissen verbinden, die Jugendlichen Raum für eigene Entdeckungen geben. Eine Moldauschifffahrt, ein Aussichtspunkt über Prag, eine Stadtrallye, freie Zeit in kleinen Gruppen oder ein gemeinsamer kultureller Abend sorgen dafür, dass aus einer Bildungsreise keine Aneinanderreihung von Museumsbesuchen entsteht.
Eine passende Grundlage für die Planung bietet unsere Reise nach Prag mit Altstadt, Prager Burg, Josefov und Theresienstadt, deren einzelne Programmpunkte sehr gut an die Bedürfnisse einer Schulgruppe angepasst werden können.
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Prag besitzt einen großen Vorteil für Schulgruppen: Die Stadt bietet auf vergleichsweise engem Raum sehr unterschiedliche historische Themen. Mittelalter, Reformation, Habsburgermonarchie, jüdische Geschichte, Nationalbewegungen, Nationalsozialismus, kommunistische Herrschaft und die demokratische Entwicklung nach 1989 lassen sich an konkreten Orten behandeln.
Gleichzeitig ist das historische Zentrum kompakt genug, um viele Programmpunkte zu Fuß miteinander zu verbinden. Eine Gruppe kann beispielsweise am Altstädter Ring beginnen, durch die Altstadt zur Karlsbrücke gehen, die Moldau überqueren und anschließend die Kleinseite erkunden. Dadurch wird die Stadt selbst zum Lernraum.
Für Lehrerinnen und Lehrer ist besonders interessant, dass Prag zahlreiche Bezüge zu unterschiedlichen Unterrichtsfächern bietet. Geschichte und Politik liegen auf der Hand, doch auch Deutsch, Literatur, Religion, Kunst, Architektur und Musik lassen sich hervorragend einbeziehen.
Eine Klassenfahrt muss deshalb nicht ausschließlich historisch aufgebaut sein. Ein Programm kann beispielsweise die Prager Burg mit Staatsgeschichte verbinden, Josefov mit Religion und Holocaustbildung, Kafka mit Literatur und Identität und die moderne Stadt mit Fragen nach dem Ende des Kommunismus und der europäischen Gegenwart.
Auch für Schüler ist diese Vielfalt ein Vorteil. Nach einer intensiven historischen Führung kann ein Aussichtspunkt, eine Moldauschifffahrt oder freie Zeit folgen. Der Wechsel zwischen Lernen, Bewegung und gemeinsamen Erlebnissen verhindert, dass die Aufnahmefähigkeit im Laufe des Tages verloren geht.
Gerade bei einer vier- oder fünftägigen Fahrt sollte deshalb nicht versucht werden, möglichst viele Sehenswürdigkeiten abzuhaken. Ein klar gegliedertes Programm mit unterschiedlichen Tagesrhythmen ist für eine Schulklasse deutlich wertvoller.
Der beste Einstieg in Prag ist für die meisten Schulgruppen die historische Altstadt. Im Mittelpunkt steht der Altstädter Ring mit dem Altstädter Rathaus und der berühmten astronomischen Uhr, der Teynkirche, der St.-Nikolaus-Kirche und dem Jan-Hus-Denkmal.
Hier lassen sich bereits mehrere zentrale Themen der tschechischen Geschichte behandeln. Jan Hus und die hussitische Bewegung führen zur spätmittelalterlichen Kirchenkritik und zu religiösen Konflikten. Die Architektur des Platzes zeigt verschiedene Epochen, während das Rathaus und die Bürgerhäuser auf das Selbstbewusstsein und den wirtschaftlichen Rang der historischen Stadt verweisen.
Von dort kann die Gruppe der historischen Königsroute folgen. Über kleine Gassen, den Kleinen Ring und die Karlova-Straße erreicht man die Karlsbrücke. Diese Strecke eignet sich besonders gut für eine altersgerechte Stadtführung, weil Geschichte direkt mit Beobachtungsaufgaben verbunden werden kann.
Die Karlsbrücke ist dabei nicht nur eines der bekanntesten Fotomotive Prags. Sie verband Altstadt und Kleinseite und war Teil des traditionellen Krönungswegs der böhmischen Herrscher zur Prager Burg. Ihre Statuen, Brückentürme und die Aussicht auf Moldau und Hradschin bieten zahlreiche Anknüpfungspunkte für Kunst und Geschichte.
Für Schulklassen sollte eine solche Führung möglichst nicht aus einem zweistündigen Vortrag bestehen. Kurze historische Erklärungen, Suchaufgaben, Vergleich von Fassaden, kleine Gruppenaufträge oder eine vorbereitete Stadtrallye machen die Altstadt wesentlich zugänglicher.
Besonders gut funktioniert anschließend ein eigener Zeitblock, in dem die Schüler in kleinen Gruppen bestimmte Aufgaben erfüllen oder einen abgegrenzten Teil des Zentrums selbst erkunden.
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Die Prager Burg gehört zu den wichtigsten Programmpunkten einer Klassenfahrt. Seit mehr als tausend Jahren ist der Hradschin ein Zentrum politischer und religiöser Macht. Hier residierten böhmische Herrscher, später wurde die Burg zum Sitz der tschechischen Staatspräsidenten.
Im Mittelpunkt einer Besichtigung steht der Veitsdom. Die gotische Kathedrale ist eng mit der Geschichte der böhmischen Könige und der tschechischen Staatlichkeit verbunden. Architektur, Grabstätten, Kapellen und Kunstwerke ermöglichen einen Zugang zu Mittelalter, Religion und Herrschaftsgeschichte.
Auch der Alte Königspalast ist für Schulgruppen interessant. Hier lassen sich die politischen Strukturen der böhmischen Länder und ihre Stellung innerhalb des Heiligen Römischen Reiches und später der Habsburgermonarchie thematisieren.
Das Goldene Gässchen bietet anschließend einen stärker anschaulichen Programmpunkt. Die kleinen Häuser und Ausstellungen vermitteln einen Eindruck vom Leben innerhalb des Burgkomplexes und sind für Jugendliche meist leichter zugänglich als eine weitere lange kunsthistorische Führung.
Von der Burg sollte die Gruppe anschließend zu Fuß in Richtung Kleinseite gehen. Dieser Weg verbindet Geschichte mit einem der schönsten Ausblicke auf Prag und bringt Bewegung in den Tagesablauf.
Malá Strana, die Prager Kleinseite, ist durch barocke Kirchen, Paläste, Gärten und schmale Straßen geprägt. Sie zeigt einen anderen Charakter als die bürgerliche Altstadt auf der gegenüberliegenden Moldauseite.
Für eine Schulgruppe ist es sinnvoll, Burg und Kleinseite an einem gemeinsamen Tag zu behandeln. Der Vormittag kann stärker historisch und inhaltlich ausgerichtet sein, während der Nachmittag mehr Raum für Spaziergang, Aussicht und eigene Entdeckungen bietet.
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Das historische jüdische Viertel Josefov gehört zu den wichtigsten Bildungsorten Prags. Hier lässt sich die Geschichte einer der bedeutendsten jüdischen Gemeinden Mitteleuropas über mehrere Jahrhunderte nachvollziehen.
Zu den wichtigsten erhaltenen Orten gehören die Altneu-Synagoge, die Pinkas-Synagoge, die Spanische Synagoge, die Maisel-Synagoge und der Alte Jüdische Friedhof. Eine Führung sollte jedoch nicht nur einzelne Gebäude erklären, sondern zunächst das jüdische Leben vor der Verfolgung behandeln.
Religion, Bildung, Handel, Gemeindestrukturen, Sprache und Kultur zeigen, dass die jüdische Geschichte Prags weit über den Holocaust hinausreicht. Gerade dieser Einstieg ist für Schulgruppen wichtig. Die spätere Verfolgung wird verständlicher, wenn zuvor vermittelt wird, welches gesellschaftliche und kulturelle Leben zerstört wurde.
Die Pinkas-Synagoge schafft einen direkten Bezug zum Holocaust. Dort wird an die jüdischen Opfer aus den böhmischen und mährischen Ländern erinnert. Der Besuch verlangt deshalb einen ruhigeren und respektvollen Rahmen.
Josefov eignet sich zugleich hervorragend für fächerübergreifendes Lernen. Im Religionsunterricht können Synagoge und jüdische Tradition behandelt werden. Geschichte und Politik erschließen Emanzipation, Nationalsozialismus und Holocaust. Literatur führt unmittelbar zu Franz Kafka und dem deutschsprachigen Prag.
Bei jüngeren Gruppen empfiehlt es sich, nicht mehrere Synagogen nacheinander mit langen Vorträgen zu besichtigen. Zwei oder drei gut ausgewählte Orte mit klaren thematischen Schwerpunkten sind meist wirkungsvoller.
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Franz Kafka bietet für Schulklassen einen besonders interessanten Zugang zur Stadt. Er wurde 1883 in Prag geboren und lebte fast sein gesamtes Leben im kulturellen Spannungsfeld zwischen deutscher Sprache, tschechischer Umgebung und jüdischer Herkunft.
Eine Kafka-Führung sollte deshalb nicht nur nach einzelnen Wohnhäusern suchen. Viel interessanter ist die Frage, in welcher Stadt Kafka lebte und welche sprachlichen, kulturellen und gesellschaftlichen Welten sich damals in Prag überschnitten.
Altstadt und Josefov waren Räume, in denen deutsche, tschechische und jüdische Bewohner miteinander und nebeneinander lebten. Sprache war dabei nicht nur Kommunikationsmittel, sondern auch Ausdruck sozialer Stellung und kultureller Identität.
Für den Deutschunterricht bietet sich eine solche Stadtführung hervorragend an. Kurze Textausschnitte können bereits vor der Reise gelesen und anschließend mit konkreten Orten verbunden werden.
Besonders gut funktioniert beispielsweise die Frage, wie sich Kafkas Beschreibung von Behörden, Fremdheit, Stadt und Individuum zu dem Prag verhält, das die Schüler selbst erleben.
Auch andere Persönlichkeiten können in einen solchen Themenblock aufgenommen werden. Prag war über Jahrhunderte ein Ort, an dem verschiedene Sprachen und Kulturen zusammentrafen. Genau diese Mehrschichtigkeit macht die Stadt für Bildungsreisen besonders interessant.
Eine literarische Führung ist zugleich ein guter Wechsel nach klassischen Besichtigungen. Sie zeigt den Jugendlichen, dass eine Stadt nicht nur aus Gebäuden und Jahreszahlen besteht, sondern auch aus Lebensgeschichten, Texten und unterschiedlichen Perspektiven.
Eine gute Klassenfahrt nach Prag sollte nicht ausschließlich aus Stadtführungen, Kirchen und Museen bestehen. Gerade bei Jugendlichen entscheidet die Mischung aus Bildung und eigenem Erlebnis darüber, wie positiv die Reise in Erinnerung bleibt.
Eine der einfachsten Möglichkeiten ist eine Schifffahrt auf der Moldau. Vom Wasser aus erhalten die Schüler einen vollkommen anderen Blick auf Karlsbrücke, Prager Burg, Kleinseite und die historische Stadtsilhouette. Nach einem langen Besichtigungstag eignet sich eine solche Fahrt sehr gut als ruhigerer Programmpunkt.
Auch Aussichtspunkte funktionieren bei Schulgruppen hervorragend. Ein Spaziergang auf den Petřín-Hügel oder zu einem der Prager Aussichtstürme verbindet Bewegung mit einem konkreten Ziel. Von oben lässt sich zugleich die Stadtstruktur erklären: Moldau, Burg, Altstadt und Neustadt werden als zusammenhängender Raum sichtbar.
Sehr empfehlenswert ist eine Stadtrallye. Kleine Gruppen erhalten Aufgaben zu Bauwerken, Denkmälern, Straßennamen oder historischen Details und müssen sich innerhalb eines klar abgegrenzten Gebietes selbst orientieren. Dadurch werden Eigenständigkeit und Teamarbeit gefördert.
Auch Fotografiewettbewerbe oder thematische Aufgaben funktionieren gut: die interessanteste Jugendstilfassade finden, verschiedene architektonische Epochen fotografieren, drei Spuren des kommunistischen Prag entdecken oder typische Unterschiede zwischen Altstadt und Neustadt dokumentieren.
Ein gemeinsamer kultureller Abend kann ebenfalls Teil der Reise sein. Je nach Alter der Gruppe kommen Theater, Konzert oder eine andere Prager Kulturveranstaltung infrage. Wichtig ist, den Programmpunkt vorher so zu erklären, dass die Schüler einen Bezug dazu entwickeln können.
Freie Zeit sollte bewusst eingeplant werden. Jugendliche brauchen die Möglichkeit, eine Stadt auch ohne ständige Führung wahrzunehmen. Ein klar definierter Treffpunkt, feste Uhrzeit, kleine Gruppen und eindeutige Regeln schaffen dafür den notwendigen Rahmen.
Für ältere Schulklassen kann ein Tagesausflug nach Terezín / Theresienstadt einen wichtigen historischen Schwerpunkt der Klassenfahrt bilden. Der Ort liegt außerhalb Prags und sollte als eigener Programmtag behandelt werden.
Theresienstadt besitzt eine komplexe Geschichte. In der Kleinen Festung befand sich während der deutschen Besatzung ein Gefängnis der Gestapo. In der Garnisonsstadt richteten die Nationalsozialisten 1941 ein Ghetto ein, in das vor allem Juden aus dem Protektorat Böhmen und Mähren, später aber auch aus Deutschland, Österreich und weiteren europäischen Ländern deportiert wurden.
Tausende Menschen starben in Theresienstadt an Hunger, Krankheiten und den katastrophalen Lebensbedingungen. Zehntausende weitere wurden von dort in Ghettos und Vernichtungslager im besetzten Osteuropa deportiert.
Für Schulklassen ist besonders interessant, dass in Theresienstadt trotz der extremen Bedingungen ein bemerkenswertes kulturelles und pädagogisches Leben entstand. Gefangene organisierten Unterricht, zeichneten, schrieben Gedichte, komponierten Musik und versuchten, Kindern und Jugendlichen trotz der Verfolgung ein Mindestmaß an Bildung und Normalität zu geben.
Gerade Biografien von Jugendlichen ermöglichen einen Zugang, der für heutige Schüler wesentlich greifbarer sein kann als eine reine Darstellung von Zahlen und Verwaltungsstrukturen.
Der Besuch sollte fachlich vorbereitet werden. Sinnvoll ist es, bereits vor der Reise zwischen Ghetto, Gestapo-Gefängnis und Vernichtungslager zu unterscheiden. Theresienstadt war kein Vernichtungslager, auch wenn zahlreiche Menschen dort starben und der Ort eine wichtige Funktion innerhalb des nationalsozialistischen Deportationssystems erfüllte.
Nach der Rückfahrt nach Prag sollte kein dichtes Abendprogramm folgen. Ein ruhiger Abend oder eine moderierte Nachbesprechung gibt den Jugendlichen Gelegenheit, Eindrücke einzuordnen und Fragen zu stellen.
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Nicht jede Schulklasse benötigt einen historischen Schwerpunkt auf Theresienstadt. Je nach Alter, Unterrichtsthema und Dauer der Reise gibt es rund um Prag mehrere alternative Tagesausflüge.
Kutná Hora / Kuttenberg eignet sich besonders für Gruppen mit Interesse an Mittelalter, Wirtschaftsgeschichte und Architektur. Die Stadt verdankte ihren historischen Reichtum vor allem dem Silberbergbau und entwickelte sich zu einem wichtigen Zentrum des Königreichs Böhmen.
Zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten gehört die gotische St.-Barbara-Kirche. Der Besuch kann mit der Geschichte des Silberbergbaus und der wirtschaftlichen Bedeutung mittelalterlicher Städte verbunden werden.
Ein zweites klassisches Ziel ist die Burg Karlštejn. Kaiser Karl IV. ließ die Burg im 14. Jahrhundert errichten. Damit lässt sich ein Ausflug sehr gut mit der Geschichte Prags unter Karl IV., der Karlsbrücke und der Entwicklung der böhmischen Monarchie verbinden.
Der Vorteil von Karlštejn liegt auch im Charakter des Ausflugs. Die Gruppe verlässt die Großstadt, bewegt sich zu Fuß durch die Landschaft und erlebt einen mittelalterlichen Herrschaftsort außerhalb des Prager Zentrums.
Für naturorientierte Klassen lassen sich stattdessen Wanderungen oder Ausflüge in die Umgebung Prags planen. Gerade nach mehreren Tagen mit Museen und historischen Führungen kann ein aktiver Tag einen sinnvollen Ausgleich schaffen.
Die Auswahl sollte immer zum Schwerpunkt der Reise passen. Eine Geschichtsklasse profitiert möglicherweise stärker von Theresienstadt, eine jüngere Gruppe von Burg und Landschaft und eine kunsthistorisch interessierte Klasse von Kutná Hora.
Entscheidend ist nicht, welcher Ausflug allgemein als der bekannteste gilt, sondern welcher das bereits bestehende Prager Programm sinnvoll ergänzt.
Nach der Ankunft und dem Bezug der Unterkunft sollte der erste Programmtag nicht zu dicht geplant werden. Ein Orientierungsspaziergang durch die Umgebung des Hotels und anschließend durch die Altstadt gibt der Gruppe einen ersten Eindruck.
Altstädter Ring, astronomische Uhr und ein Spaziergang zur Moldau eignen sich gut für den Einstieg. Am Abend kann ein gemeinsames Essen stattfinden.
Der Vormittag beginnt mit einer fachkundigen Führung durch die Altstadt. Altstädter Ring, historische Königsroute und Karlsbrücke bilden einen klaren roten Faden.
Nach einer Mittagspause folgt die Kleinseite und anschließend die Prager Burg mit Veitsdom und ausgewählten Innenräumen. Wichtig ist, nicht jeden zugänglichen Raum besichtigen zu wollen. Zwei oder drei inhaltlich starke Stationen sind für eine Schulklasse besser als ein langer Rundgang durch den gesamten Komplex.
Am Abend sollte Freizeit oder ein leichter Erlebnisbaustein vorgesehen werden.
Am Vormittag stehen das jüdische Viertel Josefov, ausgewählte Synagogen und der Alte Jüdische Friedhof auf dem Programm.
Nach der Mittagspause kann eine thematische Führung auf den Spuren Franz Kafkas folgen. Anschließend eignen sich eine Stadtrallye oder freie Zeit in kleinen Gruppen.
Eine Moldauschifffahrt ist ein guter Abschluss dieses Tages. Nach zwei intensiven Tagen erlebt die Gruppe die Stadt noch einmal aus einer anderen Perspektive.
Bei älteren Schulgruppen mit entsprechendem Unterrichtsschwerpunkt bietet sich Theresienstadt an. Für andere Klassen können Kutná Hora oder Karlštejn die bessere Wahl sein.
Der Ausflug sollte einen klaren thematischen Schwerpunkt besitzen und nicht mit weiteren großen Besichtigungen in Prag kombiniert werden.
Wenn es die Abreisezeit erlaubt, kann der letzte Vormittag einer anderen Epoche gewidmet werden. Wenzelsplatz und Neustadt eignen sich beispielsweise für die Geschichte des 20. Jahrhunderts, des Prager Frühlings, der kommunistischen Tschechoslowakei und der Samtenen Revolution von 1989.
Dadurch endet die Reise nicht im Mittelalter oder beim Zweiten Weltkrieg, sondern führt bis in die Gegenwart Tschechiens.
Ein gutes Klassenfahrtprogramm folgt einem einfachen Prinzip: Nach einem inhaltlich anspruchsvollen Programmpunkt sollte möglichst ein anderer Reiz folgen. Nach einer Burgführung passt ein Spaziergang. Nach einem Museum freie Zeit. Nach einem historischen Vormittag eine Schifffahrt oder Stadtrallye.
Auch die Dauer der Führungen sollte an die Gruppe angepasst werden. Zwei konzentrierte Stunden mit einem erfahrenen Guide sind für Jugendliche häufig produktiver als ein vierstündiger Rundgang mit zu vielen Details.
Lehrer und Organisatoren sollten außerdem vorab festlegen, welche drei oder vier Themen die Klasse wirklich verstehen soll. Prag bietet so viele Sehenswürdigkeiten, dass ein vollständiges Programm unmöglich ist.
Eine mögliche thematische Linie lautet beispielsweise: Böhmische Geschichte und Prager Burg, multikulturelles Prag und Josefov, Franz Kafka und Literatur sowie Tschechien im 20. Jahrhundert. Eine andere Klasse kann den Schwerpunkt stärker auf Architektur, Kunst und Stadtentwicklung legen.
Erst wenn dieser rote Faden feststeht, sollten Eintritte, Führungen und Freizeitangebote ausgewählt werden. So entsteht eine Reise, bei der die einzelnen Programmpunkte miteinander verbunden sind und nicht zufällig nebeneinanderstehen.
Eine Klassenfahrt nach Prag bietet deutlich mehr als Karlsbrücke, Altstadt und Prager Burg. Die Stadt ermöglicht einen anschaulichen Zugang zu europäischer Geschichte, Religion, Literatur, Architektur und politischen Umbrüchen.
Die Altstadt und die historische Königsroute zeigen das mittelalterliche und frühneuzeitliche Prag. Prager Burg und Veitsdom führen zur Geschichte Böhmens und der Habsburger. Josefov vermittelt die jahrhundertelange Geschichte der jüdischen Gemeinde, während Franz Kafka einen Zugang zum multikulturellen Prag um 1900 schafft.
Mit Theresienstadt kann die Reise um einen anspruchsvollen Schwerpunkt zu Nationalsozialismus und Holocaust erweitert werden. Kutná Hora oder Karlštejn bieten dagegen kulturhistorische Alternativen für Gruppen mit anderen Interessen.
Entscheidend für eine erfolgreiche Klassenfahrt ist jedoch die Balance. Stadtführungen, Museen und historische Orte sollten sich mit Bewegung, Aussichtspunkten, Stadtrallyes, einer Moldauschifffahrt und ausreichend Freizeit abwechseln.
Gerade diese Mischung macht Prag zu einem besonders geeigneten Reiseziel für Schulklassen: Die Schüler lernen eine der wichtigsten Kulturstädte Mitteleuropas kennen und erleben gleichzeitig eine Stadt, die auch außerhalb des Unterrichts viel zu entdecken bietet.
Besonders gut funktionieren eine Moldauschifffahrt, eine Stadtrallye durch die Altstadt, ein Spaziergang zu einem Aussichtspunkt, die Erkundung der Prager Burg, eine altersgerechte Führung durch Josefov sowie freie Zeit in kleinen Gruppen. Je nach Alter können auch Theater, Konzert oder ein gemeinsamer kultureller Abend eingeplant werden. Wichtig ist eine Mischung aus geführtem Programm und eigenständigem Entdecken.
Ein bewährter Tagesablauf beginnt gegen 9 Uhr mit einer etwa zwei- bis dreistündigen Führung oder Besichtigung. Nach einer ausreichenden Mittagspause folgt am Nachmittag ein leichterer Programmpunkt wie Stadtrallye, Aussichtspunkt oder Schifffahrt. Vor dem Abendessen sollte die Gruppe etwas freie Zeit erhalten. Mehr als zwei große Programmpunkte pro Tag sind für Schulklassen meist nicht sinnvoll.
Historische Führungen sollten sich mit aktiven und selbstständigen Programmpunkten abwechseln. Ein Tag kann beispielsweise Altstadt und Karlsbrücke behandeln, der nächste Prager Burg und Kleinseite. Josefov und Kafka bilden einen weiteren Schwerpunkt, während eine Moldauschifffahrt, Stadtrallye oder ein Ausflug ins Umland für Abwechslung sorgen.
Prag eignet sich dafür besonders gut, weil historische Ereignisse unmittelbar mit Architektur, Literatur und Religion verbunden werden können. Die Prager Burg vermittelt Herrschaftsgeschichte und gotische Architektur, Josefov verbindet jüdische Geschichte mit Religion, Franz Kafka Literatur mit der multikulturellen Stadtgesellschaft und der Wenzelsplatz politische Geschichte mit der Entwicklung der modernen Tschechischen Republik.
Für ältere Schulklassen mit historischem Schwerpunkt eignet sich besonders die Gedenkstätte Theresienstadt. Kutná Hora ist für Mittelalter, Silberbergbau und gotische Architektur interessant. Die Burg Karlštejn lässt sich hervorragend mit der Zeit Kaiser Karls IV. verbinden und bietet zugleich mehr Bewegung und Landschaft. Die Auswahl sollte immer zum Alter und zum thematischen Schwerpunkt der Klasse passen.
Vier bis fünf Tage sind für eine erste Klassenfahrt ideal. Damit bleiben etwa drei volle Programmtage für Prag und gegebenenfalls ein zusätzlicher Tagesausflug. Bei einer längeren Reise können historische Themen und Freizeit noch ausgewogener verteilt werden.
Zum Grundprogramm gehören der Altstädter Ring, die Karlsbrücke, die Prager Burg mit dem Veitsdom und die Kleinseite. Je nach Unterrichtsschwerpunkt sollten Josefov, Kafka-Orte oder der Wenzelsplatz ergänzt werden.
Der Besuch eignet sich vor allem für ältere Schülerinnen und Schüler, die bereits Grundkenntnisse über Nationalsozialismus und Holocaust besitzen. Eine fachliche Vorbereitung und eine anschließende Nachbesprechung sind besonders wichtig.
Freie Zeit sollte täglich eingeplant werden, aber dem Alter der Gruppe angepasst sein. Bewährt haben sich feste Kleingruppen, ein klar begrenztes Gebiet, ein eindeutiger Treffpunkt und eine festgelegte Rückkehrzeit. Dadurch können Jugendliche die Stadt eigenständig erleben, ohne dass die organisatorische Sicherheit verloren geht.